Wo bin ich?
Ich kann meine Umgebung nur verschwommen wahrnehmen. Lichter flackern. Die Luft ist schwer und riecht nach verbrannter Technik. Irgendwo heult ein Alarm. Mein ganzer Körper schmerzt, als hätte jemand mich als Punchingball missbraucht. Jeder Atemzug brennt, ich huste.
Wo bin ich? Was ist passiert?
„… Scheiße … SCHEIßE … SCHEIßE!“
In meinem Helmvisier klafft ein Loch – groß genug, dass ich mich frage, warum ich überhaupt noch atme. Wahrscheinlich bin ich beim Aufprall aus dem Sitz gerissen und durch das Cockpit geschleudert worden. Das würde meinen Zustand erklären – und warum der Pilotensitz jetzt kopfüber von der Decke hängt.
Ich versuche, mich aufzurichten. Schaffe es halb, sacke wieder auf die Knie. Durch den grauen Schleier vor meinen Augen erkenne ich immerhin eines: Ich habe meine Fähigkeit „Unkontrolliertes Abstürzen“ perfektioniert. Nichts ist mehr an seinem Platz – einschließlich mir. Und eigentlich sollte ich gar nicht an Bord sein.
Das Schiff liegt auf dem Rücken. Zumindest fühlt es sich so an. Es herrscht Schwerkraft, und sie zieht mich unbarmherzig nach unten – oder nach oben, je nachdem, wie man es sieht.
Konsolen sind aus den Wänden gerissen, Kisten aus dem Laderaum ins Cockpit geschleudert. Ich mittendrin. Mein Kopf hämmert. Der Alarm wird lauter, schriller, bohrt sich direkt in die Schläfen.
Ich taste nach dem Schalter, um ihn auszuschalten. Nichts. Nur ein Bündel abgerissener Kabel, das aus der Wand hängt. Wenigstens scheint die Hülle dicht zu sein. Rauchschwaden stehen im Raum und bewegen sich keinen Zentimeter. Kein Leck also – aber die Luft ist dick, fast süßlich verbrannt. Ich ringe nach Atem.
Das Loch im Visier bleibt offen, der Druckanzug beschädigt. Das Display am linken Arm gesplittert, flackert zwischen wirren Zahlen.
Bevor das Wrack ganz auseinanderfällt, muss ich hier raus.
Irgendjemand muss mich finden.